SECOTEK – Nordrhein-Westfalen

Winterdienst in Marl


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Geographie

Lage

Marl liegt am Südrand der Haard und des Naturparks Hohe Mark-Westmünsterland entlang des fließenden Übergangs vom Ruhrgebiet zum Münsterland. Die Nordgrenze fällt meist mit dem Verlauf des Flusses Lippe zusammen. Rund 60 % der Stadtfläche sind Felder, Forstflächen, Gewässer, Park- und Grünanlagen.

Die heutige Stadt Marl ist erst in der Industrialisierung entstanden, vor allem durch die Zechen Brassert und Auguste Victoria sowie durch die Chemischen Werke Hüls. Dabei schließt das Stadtgebiete nicht nur den Großteil des früheren Amtes Marl, sondern auch an die Stadt herangewachsene Teile der früheren Landgemeinde Recklinghausen und der früheren Gemeinde Oer im östlichen Drittel des heutigen Stadtgebiets.

Nachdem die meisten Stadtteile seit jeher nach den Bauerschaften und ehemaligen Gemeinden benannt wurden, auf deren Gebiet sie lagen, hat die Stadt Marl ca. im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts das Stadtgebiet in neue statistische Bezirke gegliedert, über die regelmäßig Daten erhoben werden, und bezeichnet die statistischen Über-Bezirke als „Stadtteile“. Da diese jedoch in Namensgebung und Grenzziehung zum Teil erheblich von natürlichen, historischen und siedlungsgeschichtlich gewachsenen Grenzen sowie dem Bewusstsein der Bürger der Stadt abweichen, werden sie nachfolgend den historischen Stadtteilen gegenübergestellt.

Statistische Bezirke

Die Stadtverwaltung Marl gliedert die Stadt in die folgenden als Stadtteile bezeichneten statistischen Über-Bezirke, die, vom Chemiepark abgesehen, offenbar derart zugeschnitten wurden, dass sie jeweils um 10.000 Einwohner haben; mit je vorangestellter zweistelliger Kennziffer (in Klammern die Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2020):

Diese Stadtteile gliedern sich weiter in je vier bis sechs statistische Bezirke, bei Polsum sind es nur deren zwei und in der Chemiezone existiert keine weitere Unterteilung. Die auf 1 beginnenden Stadtteile gehörten dem früheren Amt Marl an, alle anderen gehörten bis 1926 zum Amt Recklinghausen.

Diese Stadtteile und statistischen Bezirke haben wenig mit den alten Gemarkungen zu tun. Sie gliedern die Stadt in der Hauptsache nach durch Straßen und Bahnlinien geschnittenen Segmenten, in denen zum Beispiel die für Hüls und Drewer zentrale Victoriastraße/Bergstraße die beiden Stadtteile zweiteilt. Da überdies das alte Zentrum von Lenkerbeck de facto von Westen an Hüls herangewachsen ist und durch die Trasse der A 43 gut vom Ostteil Lenkerbecks abgetrennt ist, verteilt sich Lenkerbeck nominell auf drei „Stadtteile“, von denen es nur in einem namentlich auftaucht.

Tabellarische Übersicht

Nachfolgend werden nur die statistischen Über-Bezirke dargestellt; für Details siehe Stadtgliederung Marls#Tabellarische Übersicht.

Innerhalb des zusammenhängenden Hauptsiedlungsgebietes der Stadt (ohne Polsum), an das Sinsen und Sickingmühle korridorartig angeschlossen sind, liegt die Siedlungsdichte auffällig konstant um 5.000 Einwohner/km² und steigt nur an zentralen Orten auf etwa 10.000.

Historische Ortsteile

Die heutige Gliederung Marls ist eine rein statistische nach Straßensegmenten, die in der Namensgebung insbesondere erheblich von den historischen Bauerschaften und Ortsteilen abweicht. Im Nachfolgenden werden die namentlich bekannten, historischen Ortsteile den heutigen statistischen Bezirken zugeordnet, die im Regelfalle Teile von mehreren namentlichen Stadtteilen beinhalten. Quellen sind:

  • Topographische Karte der Kreise des Regierungs-Bezirks Muenster, Blatt 08 – Kreis Recklinghausen (1845)
  • Preußische Uraufnahme, Blätter Marl und Recklinghausen (1842)
  • Preußische Neuaufnahme / Messtischblätter
    • Blatt Marl 1892 / 1894 / 1907 / 1913 / 1921 / 1925 / 1931 / „1936–1845“(≈1942) / 1942 / 1949 / 1953 / 1959 / 1966 / 1972 / 1976 / 1980 / 1989 / 2000
    • Blatt Recklinghausen 1892 / 1894 / 1907 / 1921 / 1926 / 1931 / „1936–1845“ / 1942 / 1949 / 1959 / 1972 / 1980 / 1989 / 2000
  • Karte des Deutschen Reiches 1 : 100.000, Ende 19. Jahrhundert (nebenstehend)
  • Topographische Übersichtskarte des Deutschen Reichs 1 : 200.000, Blatt Wesel 1939
  • Karte der Stadtteile Marls zwischen 1841 und 1975
  • Karte der statistischen Bezirke Marls, Stand April 2010

Übersicht

Die Haupt-Wohnstadtteile Marls sind, von West nach Ost, innerhalb eines Unterpunktes von Süd nach Nord:

  • Marl und Brassert
  • Drewer (Süd und Nord)
  • Hüls und Marl-Hamm
  • Lenkerbeck
  • Sinsen

Die West-Ost-Hauptschlagader Marls, die Bergstraße, zieht sich von der Nordspitze des eigentlichen Marl über Drewer-Nord, Hüls (ab hier Victoriastraße) und Lenkerbeck (ab der A 43 Bahnhofstraße) nach Sinsen (ab der Halterner Straße Schulstraße).

Nach Norden werden die Kernortschaften von den Bauerschaften Lippe, Oelde, Sickingmühle und Herne gerahmt, nach Südwesten bis Osten von Frentrop, den Wohnplätzen Steinernkreuz und Linde, Löntrop, Korthausen und dem Nordwesten der hauptsächlich in Recklinghausen, zu kleinen Anteilen (Süden der Honermann-Siedlung) auch in Oer-Erkenschwick gelegenen Bauerschaft Speckhorn. Im Südwesten steht das Dorf Polsum und östlich davon der Weiler Kotten.

Statistische Bezirke vs. alte Stadtteile

Für eine Darstellung der Problematik der konkreten statistischen Bezirke und deren Zusammenfassung in Stadtteile sowie Zuordnungen zwischen beiden siehe Stadtgliederung Marls.

Historische Besiedlung

Marl liegt auf dem Gebiet von fünf ehemaligen Gemeinden, nämlich Marl nebst Brassert und Drewer im Westen, Polsum im Südwesten und Hamm auf dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Hamm im Norden (alle ehemals Amt Marl), Teilen der Landgemeinde Recklinghausen nebst Hüls und Lenkerbeck im Osten und Sinsen als Teil des Kirchspiels Oer im äußersten Osten. Die Haupt-Wohnstadtteile wuchsen erst mit der Industrialisierung zusammen.

Bis 1907 war aus dem spätestens 1898 verzeichneten Haltepunkt Sinsen ein Bahnhof geworden, von dem aus ein Gleis zur 1899 gegründeten Zeche Auguste Victoria in Hüls abzweigte; größere Siedlungen des heutigen Stadtgebiets waren nur Alt-Marl (Friedhof an der Hochstraße bereits 1892 eingezeichnet) und Polsum; Lenkerbeck war ein Streudorf, das größtenteils an der Victoriastraße und im Norden der Hülsbergstraße lag. Zwischen 1907 und 1913 waren die Bahngleise bis weiter zur 1910 in Betrieb genommenen Zeche Brassert ausgebaut.

Im Jahr 1921 waren Brassert und Hüls nebst der bereits bestehenden Silvertsiedlung nördlich der Gleise bereits die Hauptsiedlungen, in denen mehr Menschen als in den Dörfern wohnten. Spätestens 1921 sind auch Drewer-Nord und Drewer-Süd getrennt beschriftet, jedoch beide noch sehr bauerschaftlich besiedelt; der Lipper Weg war inzwischen besiedelt, nördlich der Bahngleise zumindest an der Westseite. Die Grenze zwischen beiden ist nicht, wie es die heutigen Stadtbezirknamen suggerieren, die Bergstraße, sondern Paul-Schneider-Straße und Breddenkampstraße. Lenkerbeck hatte inzwischen einen Friedhof (heute St. Marien), ebenso Brassert (heute Alter Friedhof).

Bis zum Jahr 1925 wurde dann die Bergstraße von Hüls bis Mitte/Brassert fertiggestellt. Sie war bis dato nur als schlecht ausgebauter Weg vom Haus Loe (im Bereich des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, siehe #Drewer) bis zum Lipper Weg vorhanden gewesen, der, über das Gelände der späteren Paracelsus-Klinik, in die Langehegge überging, während die Viktoriastraße, wie namentlich heute noch, an der Römerstraße endete, die im Bereich der Paracelsusklinik auf Lipper Weg und Langehegge traf. Die Enkesiedlung im westlichen Anschluss Drewers an Hüls wurde an der Heyerhoffstraße und der Kinderheimstraße eröffnet, bis zu diesem Jahr wurden auch die Bahngleise zum späteren Chemiewerk von der Bahntrasse Hüls–Brassert abgezweigt, von denen auf der Karte von 1921 nur etwa 100 m eingezeichnet waren. Davon abgesehen war Drewer weiterhin rein bauerschaftlich besiedelt. 1926 wurden alle rechts des Loemühlenbachs gelegenen Teile mit Sinsen, Lenkerbeck und Hüls eingemeindet.

Im Jahr 1936 erlangte Marl die Stadtrechte, 1938 wurden die Chemischen Werke Hüls (1938) gegründet. Zum Zeiten des Kriegs (1942) war Drewer-Nord bereits Siedlungsgebiet und füllte allmählich die Lücke zwischen Hüls und Brassert. Insbesondere waren, nördlich der Gleise nach Brassert, der Westteil der Bereitschaftssiedlung und der Westteil der Blumensiedlung entstanden; die Nibelungensiedlung und, südlich der Bergstraße, die Siedlungen an In den Kämpen und Heisterkampstraße, die durch die Erzbahntrasse getrennt waren (zusammen stat. Bezirk „Drewer-Süd-Zentrum“) waren fast abgeschlossen. Im Südteil gab es nur, im äußersten Nordosten (bei Hof Hustedde, siehe #Drewer), die kleine Siedlung zwischen Breddenkampstraße und Im Brauk (Letztere beidseitig besiedelt). Hüls war nach Südosten bis zum Ovelheider Weg, der historischen Grenze zu Löntrop, besiedelt; allerdings war laut Einzeichnungen in den Messtischblättern das Gebiet südöstlich des Wegs zwischen 1907 und 1913 von Löntrop an Hüls gegangen. Lenkerbeck war zu Kriegsbeginn fast nur um den diesseitigen Teil der Droste-Hülshoff-Straße angewachsen. Nördlich der Silvertsiedlung war auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils Marl-Hamm die Zollvereinsiedlung entstanden.

Quelle: Wikipedia

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