SECOTEK – Niedersachsen

Innenreinigung in der Stadt Görlitz

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Geographie

Lage

Görlitz liegt im ehemaligen preußisch-niederschlesischen Teil der Oberlausitz am westlichen Ufer der Lausitzer Neiße, die dort den Ostrand des Lausitzer Granitmassivs mit den Ausläufern des böhmisch-lausitzischen Grenzgebirges durchbricht. Es bildet den Übergang zwischen dem nördlichen Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet und dem südlichen Lausitzer Bergland. Die ehemaligen Stadtteile am östlichen Flussufer bilden seit 1945 die polnische Stadt Zgorzelec. Görlitz und seine Schwesterstadt Zgorzelec bezeichnen sich gemeinsam als eine Europastadt.

Der Ortsmittelpunkt liegt auf einer Höhe von 201 m ü. NN. Die höchste Erhebung des Görlitzer Stadtgebiets – die Landeskrone – liegt 420 m ü. NN. Die niedrigste Stelle der Stadt mit 185 m ü. NN befindet sich an der Neiße. Der Mittelwert für das Stadtgebiet liegt bei 220 m ü. NN. Der Wasserspiegel des im Süden der Stadt gelegenen Berzdorfer Sees liegt auf einer Höhe von 185,6 m ü. NN. Der See ist an seiner tiefsten Stelle 72 m tief.

Der Meridian der geographischen Länge 15° östlich von Greenwich, an dem sich die Zeitzone der Mitteleuropäischen Zeit orientiert, durchquert die Stadt. Dies hat zur Folge, dass die Mitteleuropäische Zeit mit der mittleren Sonnenzeit von Görlitz übereinstimmt. Die Stadt liegt auf 51° 09′ nördlicher Breite. Zu Ehren Juri Gagarins, des ersten Menschen im Weltall, wurde 1961 südwestlich der Stadthalle unmittelbar an der Straßenbrücke nach Polen ein Meridiandenkmal errichtet. Nach den heutigen Messverfahren ist der Standort des Steins jedoch nicht mehr exakt. Der 15. Meridian verläuft danach etwa 137 m entfernt an den Neißewiesen unterhalb der Stadthalle.

Das Stadtgebiet erstreckt sich 19,4 km von Nord nach Süd und 7,3 km von Ost nach West. Die nächsten größeren Städte sind das tschechische Liberec (Reichenberg) etwa 50 km südlich, Cottbus etwa 80 km nordwestlich, das schlesische Legnica (Liegnitz) etwa 80 km östlich und Dresden etwa 90 km westlich von Görlitz. Bis Bautzen sind es etwa 50 km.

Geologie

Während des Tertiärs bildeten sich in abflusslosen Senken Moorwälder. Überflutungen, das Absterben von Pflanzen und die daraus resultierenden Ablagerungen führten zur Bildung von Braunkohlebecken wie im ehemaligen Tagebau Berzdorf. Die Basalt- und Phonolithkuppen wie die Landeskrone sind vulkanischen Ursprungs.

Der geologische Untergrund im Görlitzer Gebiet besteht im Norden aus Lausitzer Grauwacke. Sie setzt sich aus Biotit, grauem Quarz und hellem Feldspat mit Schichten aus feinkörniger Grauwacke und dichten Grauwackenschiefern zusammen.
Den Süden des Stadtgebietes bestimmt Ostlausitzer Granodiorit. Die Grenze zwischen den verschiedenen Untergrundarten verläuft ungefähr auf der Linie Ochsenbastei, Neißstraße, Peterstraße, Heiliges Grab bis über Girbigsdorf hinaus. An der Obermühle endet die vom harten Granodiorit verursachte Einengung des Neißetals.

Natur

Vier Gebiete nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Gebiet) und ein Vogelschutzgebiet erstrecken sich teilweise auf dem Stadtgebiet. Das Vogelschutzgebiet Neißetal und das FFH-Gebiet Neißegebiet überschneiden sich in weiten Teilen. Sie erstrecken sich von der Obermühle im Norden, durch das Neißetal, die Neißeauen bis an die südlichen Grenzen der Stadt im Ortsteil Hagenwerder. Sie beinhalten u. a. das Weinberggelände mit seinen bewaldeten Talhängen, die Weinlache sowie die Neißewiesen und das Ackerland zwischen dem Stadtteil Weinhübel und dem Ortsteil Hagenwerder. Im Vogelschutzgebiet sind 26 Vogelarten nach den Kategorien 1 und 2 der Roten Liste Sachsens nachgewiesen. Dazu zählen u. a. der Eisvogel, der Flussuferläufer, der Mittelspecht und der Ortolan. Für diese vier Vogelarten zählt das Vogelschutzgebiet zu den bedeutendsten Brutgebieten im Freistaat Sachsen. An die Gebiete grenzt das FFH-Gebiet Pließnitzgebiet in den Ortsteilen Hagenwerder und Tauchritz. Es umfasst die Flussauen der Pließnitz – eines Nebenflusses der Lausitzer Neiße.

Die Landeskrone (siehe auch Abschnitt Die Landeskrone) gehört dem FFH-Gebiet Basalt- und Phonolithkuppen der östlichen Oberlausitz an. Die Stadt ist auch Teil des FFH-Gebiets Separate Fledermausquartiere und -habitate in der Lausitz. Hierbei sollen die Wochenstuben, Quartiere und Nahrungshabitate von Mopsfledermaus und Großem Mausohr sowie zahlreicher weiterer gefährdeter Fledermausarten geschützt werden.

Mit der Verordnung zur Festsetzung von Naturdenkmalen im Stadtgebiet aus dem Jahr 1997 sowie den geänderten Verordnungen aus den Jahren 2001 und 2005 wurden durch die Stadt 27 Naturdenkmale benannt.

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet von Görlitz ist in neun Stadt- und fünf Ortsteile gegliedert. Die Stadtteile sind historisch gewachsen, entstanden durch Ansiedlung der Vertriebenen nach 1945 oder wurden als vorher selbstständige Gemeinden oder Gemarkungen bis 1952 eingegliedert. Die fünf Ortsteile wurden bei der jüngsten Gemeindereform in den 1990er Jahren der Stadt zugeschlagen und liegen räumlich vom Kernstadtgebiet entfernt.

Stadtteile sind Altstadt, Biesnitz, Innenstadt, Klingewalde, Königshufen, Nikolaivorstadt, Rauschwalde, Südstadt und Weinhübel (bis 1937 Posottendorf-Leschwitz).

Zum Stadtgebiet gehören auch folgende ehemals eigenständige Ortschaften: Deutsch Ossig, Hagenwerder (bis 1936 Nikrisch), Klein Neundorf, Kunnerwitz, Ludwigsdorf, Ober-Neundorf, Schlauroth und Tauchritz. Folgende ehemals eigenständige Orte bilden jeweils einen gemeinsamen Ortsteil: Hagenwerder und Tauchritz, Kunnerwitz und Deutsch-Ossig mit Klein Neundorf sowie Ludwigsdorf und Ober-Neundorf. Der Ort Deutsch-Ossig ist durch die Ausweitung des Tagebaus Berzdorf unbewohnt, nachdem die Einwohnerschaft umgesiedelt wurde. Ein Großteil zog in die Eigenheimneubausiedlung südlich von Kunnerwitz.

Umland

Das Görlitzer Umland ist vor allem ländlich geprägt, die nächsten größeren Städte sind im Norden Weißwasser, im Westen Bautzen und Löbau, im Süden Zittau sowie im Osten Lubań (Lauban) und Bolesławiec (Bunzlau). Von den fünf Städten ist Löbau mit rund 20 km Entfernung die am nächsten gelegene Stadt.

Die Gemeinde Schöpstal mit den Gemeindeteilen Girbigsdorf, Ebersbach und Kunnersdorf sowie die Gemeinde Neißeaue mit dem Gemeindeteil Zodel grenzen nördlich, Markersdorf westlich an das Stadtgebiet an. Östlich der Neiße befindet sich die polnische Stadt Zgorzelec (Görlitz) sowie die gleichnamige Landgemeinde mit den Ortschaften beginnend im Norden in Richtung Süden mit Żarka nad Nysą (Sercha), Jędrzychowice (Hennersdorf), Koźlice (Köslitz), Osiek Łużycki (Wendisch-Ossig) und Radomierzyce (Radmeritz). Im Südwesten liegt die Gemeinde Schönau-Berzdorf auf dem Eigen, im Süden die Landstadt Ostritz mit dem Ortsteil Leuba. Nordwestlich von Görlitz liegen die Kleinstädte Niesky und Rothenburg, die aber nicht direkt an das Stadtgebiet grenzen.

Bis auf die Schwesterstadt Zgorzelec gehören alle angrenzenden Gemeinden und Städte zum Landkreis Görlitz. Auf dem heutigen polnischen Staatsgebiet schließt sich nordöstlich der polnischen Nachbarstadt die Görlitzer Heide an. Sie war bis zum 30. April 1929 ein eigener Gutsbezirk, die Görlitzer Kommunalheide. Der Großteil der Görlitzer Heide liegt nun im polnischen Powiat Zgorzelecki (Landkreis Zgorzelec). Zu ihm gehören auch die nächsten größeren Landstädte Pieńsk (Penzig) und Węgliniec (Kohlfurt) im Nordosten.

Flächennutzung

Das Görlitzer Stadtgebiet besteht zu über 60 % aus Grünflächen. Als Baufläche, die in mehrere Nutzungs- bzw. Bebauungsarten unterteilt ist, stehen 1484,6 ha zur Verfügung.
Im Stadtkern ist die Bebauung sehr dicht. Besonders die Alt- und die Nikolaivorstadt sind durch enge Straßenzüge und hohe Altbauten geprägt. Teilweise reichen die Gebäude direkt an das Ufer der Neiße heran. In den Stadtteilen Königshufen, Rauschwalde und Weinhübel beherrschen dagegen Wohnblöcke des kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsbaus das Bild, wobei man den typischen Plattenbau WBS 70 vorwiegend in Königshufen findet. Diese Stadtteile umschließen den Stadtkern im Norden, Westen und Süden. In Biesnitz befinden sich vermehrt Eigenheime, die die ursprünglich aus Villen bestehende Vorstadt verdichten. Die Struktur der jüngst eingemeindeten Ortsteile ist ländlich.
Auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände in Hagenwerder im äußersten Süden befindet sich das größte Industrie- und Gewerbegebiet der Stadt. Zwischen Königshufen und der Bundesautobahn 4 liegt ein weiteres Gewerbegebiet.
Wasserflächen machen etwa 11 % aus. Der geflutete Tagebau Berzdorf liegt südlich von Weinhübel und reicht bis an die Ortslagen von Hagenwerder und Tauchritz heran.

Klima

Die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur in den Sommermonaten liegt bei über 20 °C, die durchschnittlichen nächtlichen Tiefstwerte in den Wintermonaten bei 0 bis −5 °C. Die durchschnittliche Lufttemperatur in Görlitz beträgt 8,2 °C, der jährliche Niederschlag 657 mm. Im Schnitt ergibt sich die höchste Niederschlagsmenge im August mit 74 mm, während der Februar mit rund 37 mm der trockenste Monat ist.

Der Juli weist mit rund 7 Stunden täglich die längste Sonnenscheindauer auf. Der Dezember hingegen bringt es durchschnittlich nur auf 1 Stunde und 30 Minuten pro Tag.

Das Stadtklima der Stadt wird besonders durch die dichte Bebauung des Stadtzentrums beeinflusst. Dies ist der Grund für eine höhere Lufttemperatur und weniger Luftzirkulation als im Umland. Während der wärmeren Jahreszeit steigt die Wärmebelastung und Schwüle. Der Luftaustausch im Stadtkern ist stark eingeschränkt. Während der Nacht kann sich eine Wärmeinsel bilden. Im Vergleich zu den Kaltluftgebieten im Umland kann diese Wärmeinsel 10 °C Differenz aufweisen. Diese Effekte sind allerdings typisch für Städte.
Görlitz verfügt über klimaökologisch und lufthygienisch wirksame Freiflächen, die den Luftaustausch mit den bebauten Flächen intensivieren und damit das Stadtklima verbessern.

Görlitz ist Sitz der östlichsten Wetterwarte in Deutschland, welche dauerhaft mit Personal des Deutschen Wetterdienstes besetzt ist.

Quelle: Wikipedia

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